Merino-Plaid
Lustgarten · 01
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MADE IN GERMANY
GRÖSSE: ca. 140 x 200 cm
MATERIAL: 100 % Schurwolle, Merino extrafein
ARTIKEL-NR: 41000201
In der historischen Mitte Berlins, auf der Museumsinsel vorm Berliner Dom, gibt es eine Grünanlage, die seit mehr als 350 Jahren einen Namen trägt, der die Fantasie beflügelt: „Lustgarten”.
Seit 1573 hatte es dort einen Garten gegeben, der die Hofküche des Stadtschlosses mit Obst und Gemüse versorgte. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden plötzlich Gärten nach holländischem Vorbild ungemein hipp: Das waren Kompositionen aus penibel abgezirkelten Rasenflächen, ornamental gepflanzten Blumenrabatten, gedrechselten Hecken, Wasserspielen, Statuen und südländischen Pflanzen. Man brauchte dafür ungeheuer viel Fachpersonal und jede Menge Moos. Dass so ein kostspieliger Garten zu nichts weiter nütze war als zum Lustwandeln, machte ihn für Herrscher aller Art begehrenswert. Jeder König mit einigermaßen normal entwickeltem Protzbedürfnis genehmigte sich so ein Teil, um Macht und Reichtum zur Schau zu stellen. Er war quasi der Maybach unter den Gärten. Imagepflege in Barockmanier.

Auch Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, leistete sich einen solch aufgedonnerten Garten vor seiner Haustür. 1646 erhielt das Fleckchen seinen Namen und machte diesem für viele Jahrzehnte alle Ehre. Ein Lusthaus lockte mit einer Grotte aus künstlichen Korallen und Muscheln. Im Pomeranzenhaus pflegte man neben den schwer angesagten Zitrusbäumen ab 1649 sogar die neu eingeführte Kartoffel – als Zierpflanze. Volieren, Fontänen und Orangerien faszinierten den Monarchen und das Volk. Doch 1713 war Schluss mit lustig. Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, hatte keinen Sinn für solchen Tinnef. Er ließ den Garten kurzerhand zu einem sandbedeckten Exerzierplatz umrüsten.

Von Karl Friedrich Schinkel, Stararchitekt des Klassizismus, stammte 1828 die Idee, den Platz in prägnante, begrünte Flächen einzuteilen. Die heutige Gestaltung aus Rasen, Linden und Beton lehnt sich an diesen Entwurf an. Von der gepflasterten Version als Paradeplatz aus der Nazi-Zeit, die von den DDR-Funktionären mit ihrer Vorliebe für Aufmärsche und ähnliches Getue übernommen wurde, hatten die Berliner 1994 endgültig die Nase voll.
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Lustgarten
In der historischen Mitte Berlins, auf der Museumsinsel vorm Berliner Dom, gibt es eine Grünanlage, die seit mehr als 350 Jahren einen Namen trägt, der die Fantasie beflügelt: „Lustgarten”.
Seit 1573 hatte es dort einen Garten gegeben, der die Hofküche des Stadtschlosses mit Obst und Gemüse versorgte. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden plötzlich Gärten nach holländischem Vorbild ungemein hipp: Das waren Kompositionen aus penibel abgezirkelten Rasenflächen, ornamental gepflanzten Blumenrabatten, gedrechselten Hecken, Wasserspielen, Statuen und südländischen Pflanzen. Man brauchte dafür ungeheuer viel Fachpersonal und jede Menge Moos. Dass so ein kostspieliger Garten zu nichts weiter nütze war als zum Lustwandeln, machte ihn für Herrscher aller Art begehrenswert. Jeder König mit einigermaßen normal entwickeltem Protzbedürfnis genehmigte sich so ein Teil, um Macht und Reichtum zur Schau zu stellen. Er war quasi der Maybach unter den Gärten. Imagepflege in Barockmanier.

Auch Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, leistete sich einen solch aufgedonnerten Garten vor seiner Haustür. 1646 erhielt das Fleckchen seinen Namen und machte diesem für viele Jahrzehnte alle Ehre. Ein Lusthaus lockte mit einer Grotte aus künstlichen Korallen und Muscheln. Im Pomeranzenhaus pflegte man neben den schwer angesagten Zitrusbäumen ab 1649 sogar die neu eingeführte Kartoffel – als Zierpflanze. Volieren, Fontänen und Orangerien faszinierten den Monarchen und das Volk. Doch 1713 war Schluss mit lustig. Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, hatte keinen Sinn für solchen Tinnef. Er ließ den Garten kurzerhand zu einem sandbedeckten Exerzierplatz umrüsten.

Von Karl Friedrich Schinkel, Stararchitekt des Klassizismus, stammte 1828 die Idee, den Platz in prägnante, begrünte Flächen einzuteilen. Die heutige Gestaltung aus Rasen, Linden und Beton lehnt sich an diesen Entwurf an. Von der gepflasterten Version als Paradeplatz aus der Nazi-Zeit, die von den DDR-Funktionären mit ihrer Vorliebe für Aufmärsche und ähnliches Getue übernommen wurde, hatten die Berliner 1994 endgültig die Nase voll.


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